Dr. med. Theresa Maria Zeller -
HERZRATENVARIABILITÄT

Unser Herz bildet sich als erstes Organ in der sechsten Schwangerschaftswoche und schlägt für den Rest unseres Lebens. Unser Herzschlag variert dabei anforderungsabhängig, d. h. das Herz muss sich ständig den Umgebungsbedingungen anpassen, z. B. bei Stress oder körperlicher Tätigkeit aber auch im Schlaf oder in Entspannungsmomenten. Selbst unsere Gedanken und Emotionen beeinflussen unseren Herzschlag in Echtzeit. Diese Anpassungsprozesse drücken sich in der Herzratenvariabilität (HRV) aus.
Konkret gibt unser Sinusknoten als „Schrittmacher“ des Herzens den Herzrhythmus vor. Je nach Bedarf wird dieser jedoch über unser Hormon- bzw. Nervensystem moduliert. Dieser Anpassungsprozess ist lebenswichtig. Eine geringe Herzratenvariabilität deutet auf einen erheblich schlechteren Gesundheitszustand hin als eine hohe (d. h. flexible) Herzratenvariabilität. Eine HRV-Messung mit Nilas MV gibt deshalb anhand der verschiedenen Auswertungsparametern Aufschluss über die Fähigkeit eines Organismus, den ständigen Anforderungen gerecht zu werden.

Im Rhythmogramm stark eingeschränkte HRV, 
kaum Anpassungs- und Regulationsvorgänge:




Mehr Regulationsprozesse:





Regelmäßige Ausschläge und deutlich besseres Regulationsvermögen:




Hohe Herzratenvariabilität im tiefenentspannten Zustand (Meditation) oder bei ausgezeichneter körperlicher und psychischer Verfassung:





Im Zusammenhang mit der Herzratenvariabilität spricht man auch von der „Regulationsfähigkeit“ eines Organismus. Was man als „Selbstheilungskräfte“ bezeichnet, ist im Grunde Selbstregulation. Ist diese Regulationsfähigkeit gestört, entstehen nach dem Drei-Phasen-Modell der Krankheitsentstehung aus den Regulationsstörungen zunächst Funktionsstörungen und dann Krankheiten. Eine HRV-Messung mit Nilas MV ist daher eine Möglichkeit, Störungen bereits frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls die Regulationsfähigkeit zu unterstützen und so der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Nilas MV misst 300 Herzschläge und wertet deren Herzratenvariabilität automatisch aus. Mittels mathematischer Algorithmen können aus dieser ca. 5 Minuten dauernden Messung umfangreiche Auswertungsparameter berechnet werden. Dabei unterscheidet man zwischen zeitlichen Auswertungsmodellen („Time-Domain“), bei denen z. B. die Abstände zwischen zwei EKG-Zacken („R-R-Intervalle“) berechnet werden, sowie Auswertungen der Frequenzbänder bzw. Spektralanalyse („Frequency Domain“). Niedrige Frequenzen stehen in Verbindung mit der Aktivität des Sympathikus, dem „Gaspedal“ unseres vegetativen Nervensystems. Hohe Frequenzen entsprechen der Tätigkeit des Parasympathikus, der „Bremse“, die den Herzschlag nach Aktivität oder Stressbelastung wieder herunterregeln soll. Verschiedene Algorithmen ermitteln dabei z.B. Standardabweichungen aller gemessenen Herzschläge oder den Prozentsatz an Intervallen die mindestens 50 ms vom vorausgegangenen Intervall abweichen.

Das dritte Auswertungsverfahren für die Herzfrequenzvariabilität ist der Poincarè-Plot bzw. das Skatterogramm (“Non-linear Results“), das die Dichte und Verteilung der Herzschläge zeigt:














Nilas MV wertet zusätzlich einen weiteren Faktor der Herzratenvariabilität aus: die fraktale Dynamik des Nervensystems. Dieses nicht-lineare Verfahren basiert auf der evidenzbasierten Untersuchung multivariabler, nicht-linearer und nicht-periodischer Systeme und der Fraktalmathematik (Untersuchung von selbstähnlichen, sich wiederholenden Strukturen innerhalb der Herzratenvariabilität). Dies ermöglicht es, mit einer 5-minütigen HRV-Messung so komplexe Werte zu erhalten.

Die Herzratenvariabilität ist also ein anerkannter medizinischer Parameter, der auch in der klinischen Diagnostik verwendet wird, z. B. für
– Risikodiagnostik (z. B. HRV als Risikomarker für 
    Herzkreislauferkrankungen, frühzeitiges Erkennen des 
    Gefährdungsrisikos für diabetische Neuropathie)
– Präventionsdiagnostik/Gesundheitsprognostik
– Stressbelastungsdiagnostik
– Therapiekontrolle (z. B. bei psychophysiologischen Behandlungen 
    mittels Betablockern, Antiarrhythmika, Diuretika und 
    blutdrucksenkenden Mitteln)
– Evidenzbasierte Diagnostik für Medizin und Komplementärmedizin,    
    z.B. bei der Evaluierung der Wirkung komplementärmedizinischer 
    Behandlungsmethoden


Wie kann ich meine Herzratenvariabilität verbessern?
Alle Praktiken und Anwendungen, die den parasympathischen Teil unseres Nervensystems und vor allem den vorderen Vagusast stärken, fördern die Herzratenvariabilität 
Siehe dazu auch die neuesten Erkenntnisse zum Funktionieren unseres automomen Nervensystems -  Polyvagaltheorie:

1) Achtsamkeit über das Gefühl der Sicherheit:

2) Langsame Zwerchfell-Atmung:
- Langsame Atmung durch die Nase - Mund bleibt sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen geschlossen.
- Beim Einatmen zieht das Zwerchfell nach unten, der Bauch hebt sich, beim Ausatmen wird das Zwerchfell entspannt, der Bauch senkt sich, wird flacher. 
- Für die ideale Herzratenvariabiliät werden nicht mehr als 5-6 Atemzüge pro Minute gemacht:
- Am Anfang fällt es zum Üben am leichtesten, wenn man einfach die Ausatmung verlängert und solange ausatmet, bis man einen Einatemreflex im Zwerchfell spürt und dann passiv das Zwerchfell nach unten ziehen  lässt ohne das Einatmen zu forcieren oder zu beeinflussen. 

2) Kälteanwendungen:
Kältereize durch kaltes Duschen oder kaltes Gesichtwaschen stimulieren den Vagusnerv und verbessern die Herzratenvariabilität.

3) Heilsame Berührung:
- sehr gut geeignet zur Selbsthilfe und Entspannung.
Auch Osteopathie und Craniosacrale Therapie können dabei sehr hilfreich sein. 

4) Positive Affirmationen:
Idealerweise bei einer langsamen Ausatmung gedacht fördern die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems. Effektiv sind diese aber nur dann, wenn die positive Botschaft auch gefühlt wird und dabei ein inneres Bild entsteht.
Zum Beispiel der wunderbare Satz von Emil Coue "Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser" kann das Erleben von Sicherheit und damit die Verbesserung der Herzratenvariabilität sehr fördern.

5) Meditation:
Sehr geeignet zum Verbessern der Herzratenvariabilität  ist eine der ältesten buddhistischen Meditationsformen, die Metta-Meditation . 
Ziel ist es dabei, sich selbst und anderen gegenüber eine wertschätzende, wohlwollende Haltung einzunehmen und mit sich selbst und seiner Umwelt in Frieden zu kommen. 
Mögliche Sätze, die wir innerlich wiederholen und zu fühlen versuchen, sind z.B.:

  • Möge ich sicher sein.
  • Möge ich in Frieden sein.
  • Möge ich freundlich zu mir selbst sein.
  • Möge ich mich selbst so annehmen, wie ich bin.
  • Möge ich glücklich sein

  • Verstärkt wird diese Meditation, wenn man sie auf andere Menschen ausdehnt, vor allem auf Menschen, mit denen man Schwierigkeiten hat:
  • Möge ... sicher sein.
  • Möge ... in Frieden sein.
  • Möge ... freundlich zu mir selbst sein.
  • Möge ... mich selbst so annehmen, wie ich bin.
  • Möge ... glücklich sein

  • Oder einfach auf alle ausgedehnt "Mögen alle Wesen glücklich sein."

    6) Lachen:
    Lachen stärkt innerhalb von Sekunden die Herzratenvariabilität! Sogar ein Lächeln nur mit den Mundwinkeln hat positive Auswirkungen!

    7) Vollwertige pflanzliche Ernährung:
     Unser Verdauungssystem ist durch den Vagusnerv mit dem Gehirn verbunden. Sie finden zur pflanzlichen Ernährung und zur Rolle der Darmflora auf den Vagusnerv viel auf meiner Homepage. Auch langsames und aufmerksames Kauen verbessert die Aufnahme von Nährstoffen. Intervallfasten hat ebenso einen positiven Effekt auf den Vagus.
    Darüber hinaus ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sehr wichtig für die optimale Funktion unseres Nervensystems. 

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